Kenia ist eines der besten Erstbesucher-Ziele der Welt: gut entwickelte touristische Infrastruktur, englischsprachige Bevölkerung, hervorragende Wildtierparks und eine kontrastreiche Landschaft von Savanne über Bergwald bis zu Korallenstränden. Dieser Leitfaden beantwortet die wichtigsten Fragen, bevor Sie die Tickets buchen.
Visum und Einreise
Electronic Travel Authorisation (eTA): Kenia hat seit Ende 2023 die traditionelle Visumspflicht durch eine Online-Voranmeldung ersetzt. Als Deutsche/r, Österreicher/in oder Schweizer/in beantragen Sie die eTA unter etakenya.go.ke.
Ablauf:
- Portal aufrufen und Konto erstellen
- Reisepassdaten, persönliche Daten und Reisepläne eingeben
- Biometrisches Passfoto hochladen
- 30 USD per Kreditkarte (Visa/Mastercard) bezahlen
- Genehmigung per E-Mail abwarten (3–5 Werktage)
- Genehmigungsschreiben ausdrucken und mitführen
Wichtig: Beantragen Sie die eTA mindestens 2, besser 3 Wochen vor Reiseantritt - nicht in letzter Minute. Am Flughafen wird das Genehmigungsschreiben überprüft.
EAC-Länder: Reisende aus Uganda, Tansania, Rwanda, Burundi und Südsudan sind in der Regel von der eTA-Gebühr befreit.
Alle Details zum Einreiseverfahren finden Sie in unserem Kenia Visum-Artikel.
Gesundheit: Malaria und Impfungen
Malaria
Malaria ist in Kenia präsent - einschließlich Nairobi, wenn auch mit geringerem Risiko. Eine Prophylaxe ist für Safari-Reisende Pflicht. Besprechen Sie das Mittel mit Ihrem Reisearzt (Tropenmedizin-Praxis, mindestens 6–8 Wochen vor Abreise):
- Malarone (Atovaquon/Proguanil): Tägliche Einnahme, 1–2 Tage vor Einreise beginnen, gut verträglich, teurer (ca. 3–5 EUR/Tablette)
- Doxycyclin: Tägliche Einnahme, 1–2 Tage vorher beginnen, günstiger, erhöhte Lichtempfindlichkeit
- Mefloquin (Lariam): Wöchentliche Einnahme, 2 Wochen vorher beginnen, manche Nebenwirkungen möglich
Zusätzliche Schutzmaßnahmen: DEET-Mückenspray (mind. 30%), lange Ärmel und Hosen am Abend und nachts, Moskitonetz.
Gelbfieber
Ein Gelbfieberimpfnachweis ist erforderlich, wenn Sie aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet einreisen (z.B. über Uganda, DRC oder Teile Westafrikas). Bei Direktflug aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist der Nachweis nicht verpflichtend - nehmen Sie Ihren Internationalen Impfausweis dennoch mit, da Grenzbedienstete ihn verlangen können.
Weitere empfohlene Impfungen
- Hepatitis A und B: Dringend empfohlen für alle Keniareisenden
- Typhus: Empfohlen, besonders bei Reisen außerhalb von Hotels/Lodges
- Tollwut: Empfohlen für Wildtier-Reisende und längere Aufenthalte
- Tetanus: Auffrischung sicherstellen (alle 10 Jahre)
- Meningokokken: Relevant für bestimmte Regionen Nordkenias
Wasser
In Kenia kein Leitungswasser trinken - weder in Nairobi noch im Hotel noch auf Safari. Trinken Sie ausschließlich abgefülltes oder versiegeltes Wasser, heiße Getränke und Softdrinks in Flaschen. Eis in Restaurants in Tourismusbetrieben ist in der Regel sicher - außerhalb dieser Bereiche Vorsicht.
Währung und Geld
Währung: Kenianischer Schilling (KES). Stand Oktober 2026: 1 EUR ≈ 150 KES (bitte aktuellen Kurs prüfen).
USD: US-Dollar werden in Lodges, Nationalparks und vielen Tourismusbetrieben direkt akzeptiert. Kleinere Scheine (1, 5, 10 USD) sind für Trinkgelder sehr nützlich.
Geldautomat: An der Ankunftshalle des JKIA (Jomo Kenyatta International Airport) befinden sich mehrere ATMs. Auch in Westlands, Karen und Mombasa gut verfügbar. Abhebungsgebühren der lokalen Banken betragen etwa 3–5 USD pro Transaktion.
Kreditkarten: Visa funktioniert am zuverlässigsten. Mastercard wird ebenfalls akzeptiert. American Express ist selten.
Wechsel: Wechseln Sie nicht am Flughafen (schlechter Kurs). Nutzen Sie ATMs oder Forex-Büros in Nairobi.
Sicherheit
Kenia hat ein differenziertes Sicherheitsbild. Für Touristen gilt:
Sichere Bereiche:
- Westlands und Karen in Nairobi (Restaurants, Hotels, Einkaufszentren)
- Touristische Lodges und Nationalparks
- Mombasa-Touristengebiet und Diani Beach
- Nairobi Nationalpark (tagsüber)
Vorsicht geboten:
- Nairobi CBD (Stadtzentrum) nachts - meiden Sie diesen Bereich nach Einbruch der Dunkelheit
- Sichtbares Vorzeigen von Telefon, Kamera oder Bargeld auf der Straße
- Unbekannte Taxis am Flughafen - nutzen Sie Uber oder Bolt, die eine App-basierte Preistransparenz bieten
Empfehlungen:
- Uber oder Bolt statt zufälliger Taxis - zuverlässig, preistransparent und sicher
- Handtasche oder Rucksack nicht offen tragen
- Im Safari-Fahrzeug auf Guide-Anweisungen hören - keine eigenmächtigen Aussteige-Versuche ohne Erlaubnis
Transport
Anreise von Europa
Die meisten Direktflüge aus Deutschland und Österreich landen auf dem Jomo Kenyatta International Airport (JKIA), 18 km südöstlich vom Nairobi-Zentrum. Flugzeit ab Frankfurt oder Wien: ca. 8–9 Stunden. Weitere Verbindungen über Istanbul, Dubai, Doha und Amsterdam.
Transfer vom Flughafen
- Taxi (seriös): 25–35 USD zum Stadtzentrum oder Karen. Vorbuchen über Ihr Hotel empfohlen.
- Uber/Bolt: Ab JKIA verfügbar, ca. 15–25 USD. Am praktischsten mit SIM-Karte oder aktivem Roaming.
- Mietwagen: Nur für erfahrene Fahrer empfohlen. Linksverkehr wie in Großbritannien.
Transport innerhalb Kenias
- Uber/Bolt: Beste Option in Nairobi und Mombasa
- Inlandsflüge: Für Verbindungen Nairobi–Masai Mara, Nairobi–Amboseli, Nairobi–Samburu unverzichtbar (45–60 min statt 5–6 h Autofahrt). Safarilink und AirKenya sind die Hauptanbieter.
- Busse/Matatus: Für budgetbewusste Reisende gut nutzbar; kein Sicherheitssystem wie in Europa, aber auf Hauptrouten verlässlich
- Mietwagen: 4x4 empfohlen für jede Überlandfahrt außerhalb Nairobis
Trinkgeld-Etikette
Trinkgeld ist in Kenia erwartet und ein wichtiger Einkommensbestandteil für Guides und Camp-Personal:
| Person | Empfohlenes Trinkgeld |
|---|---|
| Safari-Guide/Fahrer | KES 500–1.000 (ca. 3–7 EUR) pro Tag |
| Camp-Personal (gesamt) | 5–10 USD/Person/Tag |
| Restaurant (touristisch) | 10% der Rechnung |
| Hotel-Gepäckträger | KES 100–200 |
| Taxifahrer | 10% bei guter Fahrt |
Trinkgeld in USD oder KES ist gleich gut akzeptiert.
Strom und Kommunikation
Steckdosen: Kenia nutzt Typ G - britische Stecker mit drei rechteckigen Pins. Spannung: 240V, 50Hz. Ein Universaladapter ist unbedingt mitzunehmen, da deutsche Schuko-Stecker nicht passen.
Sprache: Englisch und Kiswahili sind die offiziellen Nationalsprachen. In touristischen Einrichtungen, Lodges und Nationalparks wird durchgehend Englisch gesprochen. Einfache Kiswahili-Phrasen (Jambo = Hallo, Asante = Danke) werden immer geschätzt.
SIM-Karte / eSIM: Lokale SIM-Karten (Safaricom ist der verlässlichste Anbieter) sind am JKIA erhältlich. Aktivierung erfordert Reisepass-Kopie. Alternativ: eSIM vorab einrichten - Details in unserem eSIM Kenia Artikel.
Internetverbindung: In Nairobi und touristischen Lodges gut verfügbar. In entlegenen Parks (Samburu, Turkana) oft kein Empfang.