Watamu ist eines der schönsten Strandreiseziele der ostafrikanischen Küste – und trotzdem überraschend wenig überlaufen. Das kleine Fischerdorf 60 km nördlich von Mombasa hat sich zu einem Ort entwickelt, an dem Schnorchler, Wasserschildkröten-Enthusiasten und Ruhesuchende gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. Das kristallklare Wasser des Indischen Ozeans, das UNESCO-geschützte Meeresreservat und die historischen Gede-Ruinen aus dem 13. Jahrhundert machen Watamu zu einem Reiseziel, das weit mehr zu bieten hat als nur weiße Sandstrände.
Das Watamu Marine National Reserve
Das Watamu Marine National Reserve gehört zu den ältesten Meeresschutzgebieten Afrikas und wurde 1968 gegründet. Gemeinsam mit dem angrenzenden Malindi Marine Reserve bildet es ein UNESCO-Biosphärenreservat. Das Riff ist ein Unterwasserparadies: Bunte Korallenstöcke, über 300 Fischarten, Meeresschildkröten, Delfine und gelegentlich Walhaie machen jede Schnorchelausfahrt zu einem Erlebnis.
Eintritt: USD 20 pro Person pro Tag
Beste Schnorchelzeit: Ebbe am Morgen (ca. 7:00–11:00 Uhr)
Bootsfahrt: Lokale Fischer bieten Glasbodenboote für ca. KES 2.000–3.000 (USD 15–25) pro Stunde an
Tauchen: Dive-Camps am Ort bieten Tauchgänge ab USD 50 an
Das Riff liegt je nach Gezeiten 200–800 Meter vom Strand entfernt. Bei Niedrigwasser kann man stellenweise watend zu den Korallenbecken gelangen; bei Hochwasser ist ein Boot nötig.
Watamu Turtle Watch: Schildkröten schützen und beobachten
Das Watamu Turtle Watch ist eines der ältesten und anerkanntesten Meeresschildkröten-Schutzprojekte in Kenia. Seit 1997 werden hier Grüne Meeresschildkröten (Chelonia mydas) und Suppenschildkröten (Eretmochelys imbricata) überwacht, ihre Nester markiert und die Jungtiere in die Freiheit entlassen.
Besucher können die Arbeit der Ranger vor Ort unterstützen und an geführten Strandwanderungen in den frühen Morgenstunden oder abends teilnehmen. Wenn das Timing stimmt, erlebt man das Schlüpfen junger Schildkröten und ihren ersten Weg ins Meer – ein unvergessliches Erlebnis.
Besuch: Büro im Hemingways Resort-Bereich; Eintritt für Führungen KES 500 (USD 4)
Mitmachen: Freiwilligenprogramme ab 1 Woche verfügbar; kontaktiere das Büro direkt
Gede-Ruinen: Suaheli-Geschichte aus dem 13. Jahrhundert
Nur wenige Kilometer vom Strand entfernt befinden sich die Gede-Ruinen, eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Kenias. Die verlassene Suaheli-Stadt wurde zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert von mehreren Tausend Menschen bewohnt – dann verlassen, aus unbekannten Gründen. Heute stehen noch Teile des Sultanspalastes, einer großen Moschee, Wohnhäuser und aufwendig dekorierte Grabmäler im dichten Küstenwald.
Der Wald selbst ist schützenswert: Colobus-Affen springen durch die Baumkronen, und bei geführten Touren lernt man die Heilpflanzen des Waldes kennen.
Eintritt: USD 5 pro Person (Erwachsene); Kinder USD 2
Öffnungszeiten: 7:00–18:00 Uhr täglich
Führung: Empfohlen – Guides direkt vor Ort, Trinkgeld angemessen (ca. KES 300–500)
Anfahrt: 5 km südlich von Watamu Dorf, Tuk-Tuk oder Boda-Boda ab KES 100–200
Bio-Ken Schlangenfarm
Die Bio-Ken Snake Farm ist eine der bedeutendsten Schlangenfarmen und Forschungseinrichtungen Ostafrikas. Gegründet von Herpetologe James Ashe, beherbergt sie über 200 Schlangenarten, darunter Mambas, Pythons, Kobras und Gabunvipern. Das Institut produziert auch Gegengift für Krankenhäuser in der Region.
Führungen sind lehrreich und gut geführt – vor allem wenn man wissen möchte, welche Schlangen in Kenia heimisch sind und wie man sich verhält, wenn man einer begegnet.
Eintritt: USD 5 pro Person
Öffnungszeiten: Mo–Sa, 9:00–12:00 und 14:00–17:00 Uhr
Die Strände von Watamu
Watamu hat mehrere klar voneinander abgegrenzte Strandabschnitte:
Watamu Beach (Hauptstrand): Der breiteste und belebteste Abschnitt. Fischer starten hier früh morgens, nachmittags kommen Ausflügler. Gute Infrastruktur mit kleinen Restaurants und Strandverkäufern.
Turtle Bay: Ruhiger, flacher Abschnitt, ideal für Familien mit Kindern. Das flache Wasser beim Ebbe bildet natürliche Swimmingpools.
Blue Lagoon: Südlichster und exklusivster Strandabschnitt. Weniger Massenbetrieb, klares tiefes Wasser.
Tipp: Der Strand wird von lokalen Verkäufern und Bootsfahrern aktiv angesprochen. Ein freundliches aber bestimmtes “Nein” reicht aus; die meisten respektieren das sofort.
Wo übernachten in Watamu
Luxus:
Hemingways Watamu – eine der renommiertesten Boutique-Lodges der Küste. Direkt am Strand gelegen, mit direktem Zugang zum Meeresreservat und einem exzellenten Fischrestaurant. Preis: ab USD 250 pro Nacht (Halbpension).
Mittelklasse:
Ocean Sports Resort – seit Jahrzehnten die Adresse für Wasser-Sportler an der Watamu-Küste. Windsurf, Kiten, Tauchen und Schnorcheln können direkt gebucht werden. Freundliche Atmosphäre, komfortable Zimmer. Preis: ab USD 120 pro Nacht.
Budget:
Watamu Treehouse – einfache, saubere Zimmer in Strandnähe, Gemeinschaftspool. Preis: ab USD 40 pro Nacht. Ideal für Rucksackreisende.
Ausflüge von Watamu
Arabuko-Sokoke Wald: Eines der letzten verbliebenen Küstenwälder Ostafrikas und UNESCO-geschütztes Biosphärenreservat. Geführte Vogelbeobachtungen und Spazierfahrten durch den Wald. Eintritt KES 400 (USD 3), Führung ab KES 500 zusätzlich.
Mida Creek: Eine Meeresbucht mit Mangrovenwäldern, Flamingos und vielen Wasservögeln. Kajaktouren ab USD 30 pro Person (2 Stunden).
Tagessausflug Malindi: 30 km nördlich, 40 Minuten per Matatu (KES 100). Die historische Handelsstadt bietet den Vasco-da-Gama-Pfeiler, ein lebendiges Fischerdorf und weitere Schnorcheloptionen.
Anreise nach Watamu
Von Mombasa: 60 km nördlich, ca. 1 Stunde Fahrt. Matatus fahren von der Mwembe Tayari-Station über Kilifi nach Watamu für KES 200. Mit dem Mietwagen nimmt man die Küstenstraße B8 über Kilifi Creek.
Von Nairobi: Entweder SGR-Zug nach Mombasa (ca. USD 25, 4,5 Stunden) und dann weiter mit Matatu; oder Flug nach Malindi (näher an Watamu, ca. 30 Min. Fahrt) mit Safarilink oder AirKenya ab USD 80 einfach.
Inlandflug direkt: Flüge nach Malindi von Nairobi Wilson Airport ab USD 80 (Safarilink, AirKenya).
Praktische Tipps für Watamu
- Reisezeit: Oktober und April sind die Hauptregenmonate; bestes Wetter von November bis März.
- Gezeiten: Informiere dich vor dem Schnorcheln über die Gezeitenzeiten – bei Hochwasser kann das Riff sehr tief sein.
- Bargeld: Wenige Geldautomaten im Ort. Heb in Mombasa oder Kilifi ab, bevor du nach Watamu kommst.
- Verpflegung: Lokale Restaurants direkt am Strand servieren frischen Fisch und Calamari für KES 500–800 (USD 4–6). Das Ocean Sports Resort hat ein gutes Restaurant mit Meeresblick.
- Malaria: Das Küstengebiet ist ein Malariagebiet – Prophylaxe und Insektenschutz empfohlen.
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